Crowdlending: Der Kleinkredit der Zukunft?
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Ist Crowdlending der Kleinkredit der Zukunft?

Vor nicht allzu langer Zeit gingen Geschäftsführer von Kleinunternehmen, die knapp bei Kasse waren, folgendermassen vor: man schlüpfte in seinen besten Anzug, machte sich auf zur Bank und bat um ein Darlehen. Inzwischen hat jedoch eine viel innovativere und attraktivere Methode im Kreditmarkt Einzug genommen. Diese nennt sich „Crowdlending“ und wird täglich auf Online-Marktplätzen wie Swisspeers.ch genutzt.

Das Konzept ist einfach: Unternehmen legen ihren Kapitalbedarf offen, und willige Investoren stellen das Geld zur Verfügung. Im Erfolgsfall erhält das Unternehmen Geld und zahlt das Darlehen entsprechend des beidseitig vereinbarten Zinssatzes und Zeitrahmens zurück. Eine einfache und transparente Alternative zum traditionellen Bankkredit.

Yova sprach mit Swisspeers CEO Alwin Meyer über diesen Trend.

 

Woher kam die Idee zu Swisspeers?

In unseren früheren Jobs reisten wir häufig in die USA und nach Grossbritannien, wo wir den rasanten Aufstieg von Plattformen wie Lending Club und Funding Circle miterlebten. Unterdessen nahm das Kreditvolumen von Kleinunternehmen in der Schweiz stetig ab. Wir zählten eins und eins zusammen und begannen mit den ersten Entwürfen für Swisspeers.

 

Wie viele Kredite wurden über die Plattform bereits vergeben? Welcher Deal hat Dich am meisten beeindruckt?

Bisher haben 250 KMU bei Swisspeers Kredite in Höhe von 40 Millionen Franken aufgenommen. Dieses Kapital wurde von mehr als 1’000 privaten und institutionellen Anlegern bereitgestellt, die auf unserem Marktplatz aktiv sind.

Mein persönlicher Favorit war das E-Bike-Sharing-Unternehmen Smide, das die Plattform nutzte, um seine Expansion von Zürich nach Bern zu finanzieren. Neben den Zinszahlungen erhielten die Investoren ein kostenloses Smide-Abonnement, und die Fahrräder dienten als eine Art Pfand.

 

Wer investiert typischerweise bei Euch?

Auf unserer Plattform zeichnen sich vier „Hauptgruppen“ von Investoren ab:

  1. Gewinnorientierte Investoren: Diese Gruppe besteht aus aktiven Risikoträgern, die sich für Zinssätze über 6% interessieren.
  2. Konservative Investoren: Im Grunde genommen das genaue Gegenteil von gewinnorientierten Investoren. Sie vergeben nur bei geringem Risiko Darlehen.
  3. Portfolio-Investoren: Diese Investoren nutzen in der Regel unsere AutoInvest-Funktion und beteiligen sich an allen auf unserem Marktplatz veröffentlichten Darlehen. Ihr Hauptziel ist ein breit diversifiziertes Portfolio.
  4. Impact Investoren: Eine beachtliche Gruppe unserer Nutzer investiert nur, wenn der Zweck des Darlehens mit ihrem eigenen Wert- und Glaubenssystem übereinstimmt. Dies können Projekte für erneuerbare Energien, Elektromobilität oder Kindertagesstätten sein.

Das Tolle daran ist, dass jeder seine eigene Einschätzung anhand transparenter Informationen seitens des Unternehmens vornehmen kann.

 

Warum würde ein Unternehmen eher Eure Plattform nutzen, statt einen traditionellen Kredit von einer Bank aufzunehmen? Bedient Ihr einen spezifischen Unternehmenstyp?

Wir bieten eine schnelle und einfache Alternative mit peer-to-peer-Finanzierung ohne etliche Intermediäre.

Projekte, die für Impact Investoren von Bedeutung sind, laufen besonders gut. Allgemein funktioniert die Finanzierung besser, wenn der Zweck des Darlehens sehr klar definiert ist.

 

Swisspeers verwendet eine Auktionsmethode, um den Zinssatz des Darlehens zu bestimmen. Warum handhabt Ihr das so?

Die Preisgestaltung auf der Plattform basiert auf zwei Mechanismen. Erstens das von Swisspeers bereitgestellte finanzbasierte Ratingmodell, das die Preisspanne bestimmt, in der die Auktion beginnt. Von da an agieren Angebot und Nachfrage – dies resultiert im effizientesten Zinssatz für alle Beteiligten.

 

Und zu guter Letzt, was ist Eure Vision für Swisspeers in der Zukunft?

Wir wollen die erste Anlaufstelle für KMU werden, die jegliche Art von Finanzierung benötigen. Wir hegen die Vision, unsere Plattform kontinuierlich auszubauen, um die Beschaffung erforderlicher finanzieller Ressourcen einfach, unkompliziert und schnell zu gestalten. Dadurch wollen wir zur Stärkung der KMU in der Schweiz beitragen, damit diese künftigen Generationen weiterhin so viele Arbeitsplätze bieten können wie heute.

 

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Elias Bräm

Elias Bräm

Investment Office
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Elias hat die Finanzmärkte im Blut. Vor Yova hat er Erfahrungen bei Swiss Prime Site gesammelt sowie als Assistent für Accounting und Finance-Professoren der Universität Zürich unter anderem die Forschung unterstützt sowie Vorlesungen gehalten. Neben seinen eigenen Investments und dem Erwerb des Bachelors in Banking & Finance, verwaltete er über zwei Jahre aktiv Kundenvermögen im Rahmen des Portfoliomanagement-Programms in Zürich.